29.09.2017

SWG-Mietversammlung: Es gibt Alternativen zur Vernichtung eines Naturparks

Die Emotionen in der gestrigen Mietversammlung der SWG zur Information über die geplante Bebauung mit 50 altersgerechten Wohneinheiten im Bereich Fritz-Heckert- und Clara-Zetkin-Straße wogen hoch. Die Mehrheit der Anwesenden sprach sich gegen den avisierten Standort aus. Die Versammlung zeigte auf: Es gibt Alternativen und Kompromissmöglichkeiten.

Für die NPD-Stadtratsfraktion war der Vorsitzende Patrick Wieschke vor Ort, welcher sich ebenfalls mehrfach unter großer Zustimmung der Anwesenden zu Wort meldete und das Ansinnen von SWG-Geschäftsführer Wagner und Baubürgermeister Dr. Möller zurückwies und kritisch hinterfragte.

Von Befürwortern des Projektes, welches den Bau von 50 barrierefreien Wohnungen vorsieht, war immer wieder nur zu hören, dass der Bedarf gegeben sei. Diesen bestritten weder die Bürgerinitiative gegen die Bebauung noch andere Kritiker. Allein der Standort ist diskutabel. Denn dort befindet sich ein kleiner Naturpark, den man fast schon einen kleinen Wald nennen könnte. 60 Bäume, darunter Ahorn, Eschen, Erlen und Ulmen, befinden sich dort. Sie sind Lebensraum für Spechte, Fledermäuse, Buchfinken, Blaumeisen und viele andere Tiere. Allein gegen die Versiegelung dieser Naturfläche richtet sich der Widerstand.

Die SWG-Geschäftsführung stellte mehrere Alternativen vor, zeigte sich aber weitgehend unbeweglich, auch was die Suche nach weiteren Möglichkeiten betraf. Ins Feld geführt wurden als Hindernisse unter anderem andernorts entstehende Erschließungskosten. Konkreter wollte es Patrick Wieschke dann doch wissen. Nach Überlegungen musste Herr Wagner einräumen, dass diese bei cirka 400.000 Euro liegen. Im Verhältnis zur Gesamtinvestition überschaubar und für die SWG auch realisierbar, meinte Patrick Wieschke und wollte hier die Brücke für einen Kompromiss und eine Abkehr vom gewählten Standort bauen.

Das letzte Wort soll die Politik haben. Für die NPD steht fest, dass dies nicht allein der Aufsichtsrat der SWG sein kann. Hier muss der gesamte Stadtrat entscheiden. Denn bereits die Bauvoranfrage war mit großer Mehrheit vom Aufsichtsrat abgesegnet worden. Deshalb erscheint die Ankündigung des Stadtrates der Linken, Uwe Schenke, sich in dieser Angelegenheit allein auf den geheim tagenden Aufsichtsrat zu verlassen, eher wie eine Beruhigungspille als ein Strohhalm der Hoffnung.

Der Widerstand muss aufrechterhalten und genauso nochmals auf der kommenden Einwohnerversammlung der Stadt zum selben Thema artikuliert werden.

Inszenierter Terror

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